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Alt trifft Neu |
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die Sammlung
einer
Altösterreicherin
aus Triest |
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Auf der ganzen
Welt werden
Puppen gesammelt
und durch die
große Nachfrage
sind die Preise
für perfekte,
wertvolle und
seltene Puppen
sehr in die Höhe
gegangen. Aber
was ist
eigentlich
perfekt?
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Ist das eine
Puppe an der
nichts fehlt? |
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Um einen
höchstmöglichen
Preis zu
erzielen, werden
Puppen
restauriert und
ihre
zerschlissene
Kleidung und
zerzausten
Perücken werden
durch neue
ersetzt.
Manchmal kann
man kaum
erkennen, dass
sie alt sind.
Sie können uns
nur noch wenig
von früher
erzählen, denn
der Kontakt mit
der
Vergangenheit
ist
wegrestauriert.
Leider wird oft
vergessen, dass
Puppen zum
Gebrauch
bestimmt waren.
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Durch eine Beschädigung
verlieren sie zwar einen
Teil ihres Handelswertes,
aber meist bleibt ihre
Schönheit erhalten.
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Wenn jemand die Puppe kaufen
wollte, mit der früher ihre
Großmutter gespielt hat,
könnten Sie einen Preis
bestimmen? Und wenn sie viel
Geld dafür bekommen könnten,
wäre es dann unvernünftig,
die Puppe nicht zu
verkaufen?
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Jede Sammlung ist anders,
auch in den Museen. Es gibt
unendlich viele
Möglichkeiten eine Sammlung
aufzubauen. Niemand braucht
sich dabei von teuren,
perfekten Puppen blenden
lassen. Es geht letzten
Endes um die Liebe zur Sache
selbst. |
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Man sollte sich dabei nicht von anderen
Sammlern beeinflussen lassen, die auf
bestimmte Arten herabsehen. Jeder erlebt
schließlich alles anders.
Sie sollten nicht vergessen, dass eine
Puppe erst dann ein ausgefülltes Leben
hinter sich hat, wenn ein Kind intensiv
mit ihr gespielt hat. Eigentlich könnte
man Puppen mit Blumen vergleichen, die
wir uns in die Wohnung stellen. Der eine
möchte lieber einen Rosenstrauß oder
eine einzelne Rose haben, der andere
jedoch hat eine Vorliebe für bunte
Sträuße. Zum Glück kann jeder selbst
auswählen, was ihm gefällt!
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Was hat die Sammlung alter Puppen
mit zeitgenössischer Puppenkunst zu tun?
Das fragen Sie sich sicher - oder? Was
haben alte Puppen überhaupt mit Kunst zu
tun? Sind alte Puppen wertvoll? Warum
und wie sammelt jemand Puppen?
Genau diese Fragen wollen wir mit dieser
Ausstellung beantworten. Aber vielleicht
müssen wir dazu ein wenig weiter
ausholen. Also beginnen wir einmal von
vorne... Wir stehen in Triest in einer
engen Gasse und betreten durch eine ganz
normale Haustüre eine andere Welt! |
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Hier lebt eine alte Dame die
ihr Leben unter anderem
damit verbracht hat, mit
ihren Puppen zu leben. |
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Als ihre Eltern starben,
fand sie am Dachboden drei
Reisekörbe gefüllt mit
Puppen. Zu Puppen hatte sie
keinen Bezug. Sie selbst
besaß nur eine Puppe - eine
Puppe der Turiner Firma
Lenci, die sie als Kind von
ihrem Vater geschenkt
bekommen hatte. |
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Doch Puppen haben eine große
Macht. Mit dieser Macht
verlangt und erhält die
Puppe Respekt und Achtung,
ja auch liebevolle
Pflege. Eine Puppe wird
nicht weggeworfen. Wenn sie
kaputtgeht, wird sie
repariert. Sie wird
sorgfältig aufbewahrt und
vererbt. |
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Gar so schön waren ihre
Fundstücke nicht anzusehen,
deshalb beschloss sie, die
Puppen im Laufe der Jahre
wieder zu restaurieren.
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Dreißig Jahre hat sie damit
zugebracht, und dadurch,
dass sie sich in ihrer
Freizeit viel mit Puppen
beschäftigte bekam sie
natürlich auch von ihren
Bekannten und Freunden immer
wieder neue Puppen
dazugeschenkt.
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Die Sammlung wurde immer größer und
umfangreicher. Durch diese Sammlung
zieht sich sozusagen ein Lebensfaden.
Sie hat weder unter dem Gesichtspunkt
der Wertigkeit noch der Besonderheit
gesammelt. Es ist ganz einfach die
Sammlung eines Menschen, der eine
besondere Beziehung zu ganz bestimmten
Dingen entwickelt hat. Hier wurde die
Puppe zum Zeitzeugen.
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Auch Sie werden sicher viele
Wegbegleiter ihres eigenen Lebens in
dieser Sammlung wieder finden! |
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Gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19.
Jahrhunderts verlässt die Puppe den
Bereich des Handwerks und wird zu einem
Industrieprodukt. Die typischen Merkmale
gehen jedoch nicht verloren, da vor
allem bei der Herstellung der Köpfe,
Rümpfe und Kleidung die Handarbeit noch
immer eine große Rolle spielte. |
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Die großen Puppenindustrien entwickeln
sich unter anderem auch dadurch, dass
männliche und weibliche Arbeitskräfte in
sehr armen sozialen Schichten und auch
in Waisenhäusern und Gefängnissen
angeworben werden. Dabei werden am
liebsten junge Mädchen angestellt. Auch
die Heimarbeit hatte einen großen Anteil
an der Produktion. Auf diese Weise haben
die aufstrebenden Fabriken sehr geringe
Kosten. Sie beuten viele Menschen aus
und lassen sie unter miserablen
Bedingungen arbeiten - meist in
ungesunden Gebäuden und bei schlechter
Beleuchtung. Für die ärmsten Klassen
blieben diese Puppen Luxuspuppen und
waren unerreichbar. |
Schön langsam entwickelt sich daraus
eine andere Strömung, die schließlich
zur modernen Puppe der fünfziger und
sechziger Jahre führt.
Längst verloren gegangen ist die Aura
des wertvollen, fast geheiligten
Gegenstandes.
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Die Puppe des 20. Jahrhunderts ist ein
Spielzeug. Sie will gebraucht und
konsumiert werden und eine wichtige
Funktion beim Spiel der Kinder.
Die niedrigen Kosten haben zu Folge,
dass man die Puppe, wenn sie kaputt ist,
einfach wegwirft und eine neue kauft.
Dieser Prozess ist typisch für die
Konsumgesellschaft dieses Jahrhunderts.
Vollends außer Kontrolle geriet er, als
die Kunststoffe aufkamen. Dies sind die
letzten Jahre, in denen die
Spielwarenindustrie noch Triumphe feiert
und für Qualität sorgt.
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Die von den Weltkriegen geprägten Jahre
sind weder für die Menschen noch für die
Puppen eine gute Zeit gewesen. In der
Zeit unmittelbar nach dem Zweiten
Weltkrieg ist von Puppen keine Rede. Es
gibt keine Rohstoffe, die historischen
Fabriken sind geschlossen oder zerstört
oder sie sind einfach am Ende. Ohne
Aufträge und Kundschaft. In der
langsamen Aufbauphase kommen völlig neue
Werkstoffe auf, anfangs das Celluloid,
später die echten Kunststoffe. Aus ihnen
werden künftig alle Puppen sein.
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Doch jetzt sind die Puppen und
Teddybären reif für die Insel geworden! |
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Das PuppenMUSEUM in Villach wird
ab 2008 nicht mehr geöffnet sein.
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Wir haben unseren Schwerpunkt der Arbeit
endgültig auf die Kanareninsel Teneriffa
verlegt. Wir danken allen unseren Kunden
und Besuchern - vielleicht sehen wir uns
ja wieder?! |
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Auszüge aus dem Buch
"Künstlerpuppen im Museum
Hintermann"
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von Ingrid Taupe, Verlag
Puppen & Spielzeug
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